Nachdem das Fest von angelsächsischen Auswanderern vor ein paar hundert Jahren mit in die Neue Welt genommen wurde, kam es vor ein paar Jahren, gewürzt mit einem reichlichen Schuss Hollywood und einer guten Prise Kommerz, wieder in die Alte Welt zurück.
Halloween ist nicht an einen Tag gebunden, sondern an diese Zeit im Jahr, die in den nördlichen Ländern regnerisch und dunkel ist und von heulenden Windböen begleitet wird. Drinnen ist es "heimelig", draußen "unheimlich".
Der altenglische Ausdruck Hallowe'en ist die Abkürzung von "All Hallow
Even", der "Abend aller Heiligen".
Heilige haben nichts mit dem Christentum zu tun; gemeint sind die Heilen, diejenigen die "vollständig, komplett" sind,
die ihr Pensum erledigt und den Lebenszyklus vollendet haben: die Verstorbenen,
also die Ahninnen und Ahnen.
Die Legende erzählt, dass die Ahnen zu dieser Jahreszeit durch ein
Tor in unsere Welt kommen und besonders nach den Kindern sehen, ob alles in
Ordnung ist.
Im zyklischen Denken sind die Kinder den Verstorbenen am nächsten und vertrautesten, gingen sie doch gerade erst in die physische Welt zurück. Auf dieser universalen Regel des Ahnenkults gründet der Wiedergeburtsgedanke matriarchaler Völker.
Universal und auf der ganzen Welt zu finden sind Mythen über
vielerlei Arten von Torwächtern und- hüterinnen. Die Tore zwischen dieser und der Anderswelt.
Am Ende des (natürlichen) Jahres zur Hallowe'enzeit kommen nicht nur die Ahnen
aus dem Jenseits zu uns herüber, es gibt auch diesseitig verschiedene Gruppen, die die Fähigkeit und die Aufgabe haben, hin und her zu pendeln und zu vermitteln.
Eine dieser Gruppen sind die homosexuellen Menschen:
HüterInnen der Tore.
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